Wassertreten für faire Arbeitsbedingungen

Wassertreten mit Banner auf dem Vorstadtplatz in Nagold

In ihrem Kampf für faire Arbeitsbedingungen scheuen die Mitarbeiter des Schwarzwälder Boten auch nicht davor zurück, sich nasse Füße zu holen. Kneippen fördert ja schließlich die Durchblutung und regt den Kreislauf an.
Der 34. Streiktag führte nach Calw und dann nach Nagold (Bild), wo das Streikbanner auch bei einem kleinen Fußbad zum Einsatz kam – damit der Journalismus nicht baden geht.
In beiden Städten wurden Flugblätter und die neueste Auflage des Streikboten unter die Leute gebracht. Dabei stießen die Streikenden auf viel Verständnis bei den Passanten. Gehälter zwischen 1200 und 1350 Euro, brutto versteht sich, für qualifizierte, junge Mitarbeiter und damit der Einstieg des Schwarzwälder Boten in den Niedriglohnsektor – das führte schnell zu Gesprächen über politische Grundsätze, unternehmerische Verantwortung und die Frage, wohin eine Gesellschaft steuert, in der immer häufiger diejenigen, die arbeiten, zurückstecken müssen, um denjenigen, die ihr Geld für sich arbeiten lassen, eine höhere Rendite zu bescheren.

„Sie haben recht, aber ich weiß nicht, ob sich das wirtschaftlich durchsetzen lässt“, sagt ein gut gekleideter Herr. Ein älteres Paar, das sich zwar zunächst für nicht mehr zuständig erklärt, ist schon im dritten Satz mitten drin in der Diskussion. Denn durch Niedriglöhne programmierte Altersarmut bei den Jungen lässt auch die Alten nicht kalt.

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